Der Begriff Funnel gehört zum Kernvokabular im digitalen Marketing. Ob als Marketing Funnel oder Sales-Funnel: Gemeint ist immer der Trichter, der Interessenten Schritt für Schritt von der ersten Aufmerksamkeit bis zum Kauf führt.
Ein klar gebauter Marketing Funnel macht die Customer Journey nachvollziehbar, hilft beim Gewinnen von Leads und steigert die Conversion. Dieser Beitrag zeigt, wie Funnel funktionieren, wie Sie einen aufbauen, welche KPIs zählen – und woran die meisten Funnel in der Praxis scheitern.
⚡ Auf den Punkt
Ein Marketing Funnel ist ein Trichter-Modell, das beschreibt, wie aus vielen Interessenten Schritt für Schritt zahlende Kunden werden. Er gliedert sich grob in drei Phasen: TOFU (Aufmerksamkeit), MOFU (Abwägung) und BOFU (Kaufentscheidung). Sein Zweck ist es, die Customer Journey messbar zu machen, Schwachstellen zwischen den Phasen sichtbar zu machen und die Conversion gezielt zu verbessern.
★ Key-Takeaways
- Ein Marketing Funnel bildet den Weg vom ersten Kontakt bis zum Kauf in klaren Phasen ab.
- Die drei Stufen TOFU, MOFU und BOFU brauchen jeweils eigene Inhalte und eigene Kennzahlen.
- Marketing-Funnel und Sales-Funnel sind nicht dasselbe: Der eine baut Aufmerksamkeit auf, der andere schließt ab.
- Der größte Hebel liegt selten in mehr Traffic, sondern in den Übergängen – vor allem von der Abwägung zur Kaufentscheidung.
Was ist ein Marketing Funnel?
Ein Marketing Funnel beschreibt den Weg, den Interessenten von der ersten Aufmerksamkeit bis zum Kauf zurücklegen. Unternehmen nutzen das Modell, um den Kaufprozess strukturiert abzubilden und jede Phase gezielt zu steuern.
Funnel einfach erklärt
Das Bild dahinter ist ein Trichter: Oben kommen viele Interessenten hinein, unten bleiben die Käufer übrig. Auf dem Weg nach unten springen Menschen ab, deshalb wird der Trichter mit jeder Stufe schmaler. Viele Funnel orientieren sich am AIDA-Modell mit vier Schritten:
- Awareness: Erste Aufmerksamkeit schaffen.
- Interest & Consideration: Interesse wecken und Vertrauen aufbauen.
- Desire & Kaufentscheidung: Den Wunsch nach dem Produkt oder der Dienstleistung verstärken.
- Action & Kaufabschluss: Den letzten Schritt zur Conversion auslösen.
Warum ein Marketing Funnel wichtig ist
Ein Funnel ist kein theoretisches Konstrukt, sondern ein Arbeitsinstrument. Er macht die Kundenreise messbar, zeigt Engpässe und liefert die Daten, um entlang der Customer Journey nachzubessern. Statt zu raten, an welcher Stelle Interessenten verloren gehen, sehen Sie es.

Konkret bringt ein sauber geführter Funnel vier Dinge:
- Messbare KPIs wie die Conversion Rate je Phase.
- Klare Sicht auf Schwachstellen und Absprungpunkte.
- Eine strukturierte Grundlage, um Kampagnen zu optimieren.
- Fokus auf Leads und ihre Qualifizierung statt auf reine Reichweite.
Die Phasen des Funnels: TOFU, MOFU und BOFU
Ein Marketing Funnel besteht aus mehreren klar abgegrenzten Stufen. Jede Phase hat eine eigene Aufgabe und führt Interessenten näher an die Conversion. In der Praxis teilt man den Funnel in drei Bereiche – und jeder braucht andere Inhalte:
- Top of the Funnel (TOFU) – Aufmerksamkeit: Hier geht es darum, überhaupt gesehen zu werden. Typische Mittel sind Blogartikel, Social-Media-Posts, Google Ads und kurze Erklärvideos, die ein Thema verständlich aufgreifen.
- Middle of the Funnel (MOFU) – Abwägung: Jetzt zählt Vertrauen. Newsletter, Whitepaper, Checklisten und Case Studies vertiefen das Interesse und liefern Argumente. Die Inhaltsdichte steigt im Vergleich zu allgemeinen TOFU-Beiträgen deutlich.
- Bottom of the Funnel (BOFU) – Entscheidung: Der Interessent ist fast so weit. Produktdemos, persönliche Beratung, Kundenstimmen und konkrete Angebote geben den letzten Anstoß.
Wichtig: Die Customer Journey verläuft selten so geradlinig wie der Trichter im Modell. Menschen springen zwischen Phasen, recherchieren erneut, vergleichen. Funnel und Customer Journey widersprechen sich aber nicht – das Modell ordnet die vielen Touchpoints und macht sie steuerbar. Wie Social Media gezielt auf die Funnel-Phasen einzahlt, vertieft unser Leitfaden zum Social Media Management.

Content ist der Treibstoff jeder Phase. Er entscheidet, ob ein Interessent weiterkommt oder aussteigt. Deshalb gilt: Der richtige Inhalt zur richtigen Stufe – Ratgeber oben, Vertrauensaufbau in der Mitte, Beweise und Angebote unten.
Sales-Funnel vs. Marketing-Funnel – der Unterschied
Marketing und Vertrieb verfolgen unterschiedliche, eng verzahnte Ziele. Der Vergleich zeigt, wo Marketing-Funnel und Sales-Funnel sich trennen und wie sie zusammenarbeiten, um aus Interessenten Kunden zu machen.
| Kriterium | Marketing-Funnel | Sales-Funnel |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Interessenten und potenzielle Kunden | Qualifizierte Leads bis Käufer |
| Fokus | Aufmerksamkeit & Content | Abschluss & Umsatz |
| Messbare KPIs | Reichweite, Engagement, Conversion Rate | Kaufabschluss, Umsatz, Kundenbindung |
| Typische Maßnahmen | Ads, Blog, Social Media, Kampagnen | Vertriebsgespräche, Demos, Angebote |
| Verantwortlich | Marketing-Team | Vertrieb |
Marketing Funnel aufbauen: in 5 Schritten
Einen Funnel aufzubauen heißt, die gesamte Customer Journey strategisch zu planen. Jede Phase hat ihre Funktion – vom ersten Kontakt bis zur Conversion – und braucht passende Maßnahmen.
- Zielgruppe analysieren – Wer sind die potenziellen Kunden, und welches Problem treibt sie?
- Aufmerksamkeit erzeugen – Sichtbarkeit über TOFU-Inhalte schaffen.
- Interesse wecken – relevante Inhalte liefern und die Touchpoints abbilden.
- Abwägung fördern – mit Vergleichen, Webinaren und Case Studies überzeugen.
- Conversion optimieren – klare Call-to-Actions, Demo-Angebote, persönlicher Kontakt.
Ein einzelner Funnel wirkt am stärksten, wenn er nicht allein steht. Bei Share2Create ist er Teil eines größeren Wachstumssystems – Strategie, Content, Nachfrage und Website greifen ineinander, statt nebeneinander zu laufen.
Praxisbeispiel: Funnel Marketing für Snackautomaten
Wie sieht das konkret aus? Ein gutes Beispiel liefert die Branche der Waren- und Snackautomaten. Die Zielgruppen sind vielfältig: Schulen, Fitnessstudios, Firmenkantinen, Tankstellen. Mit einem geplanten Funnel lassen sich diese Gruppen über verschiedene Kanäle gezielt erreichen.
Das folgende Beispiel ist ein anonymisiertes Kundenprojekt aus dem Zeitraum Januar bis Juni 2024. Ausgangslage: ein mittelständischer Anbieter von Snack- und Warenautomaten mit guter Produktqualität, aber ohne planbaren Strom an Anfragen – der Vertrieb lief fast nur über Empfehlungen. Für den Aufbau des Funnels kamen Website, Onlineshop, Social Media, Google Ads und gezielte Lead-Magneten zusammen.
- Top of the Funnel (Awareness): Über Instagram, Facebook, Google Ads und Blogartikel zu Themen wie „Snackautomat für Schulen“ oder „Vendingmachine für Fitnessstudios“ entstand Aufmerksamkeit. Dazu kamen animierte Erklärvideos, die die Vorteile der Automaten kurz und verständlich zeigten.
Ergebnis: rund 4.000 bis 6.000 Besucher pro Monat auf der Website. - Middle of the Funnel (Consideration): Für einzelne Zielgruppen entstanden eigene Landingpages (Firmenkantinen, Gastronomie, Schulen). Als Lead-Magneten dienten Checklisten („Lohnt sich ein Snackautomat für mein Unternehmen?“), Leitfäden, ein kostenloser Online-Minikurs zur Umsatzsteigerung mit Automaten und eine Newsletter-Reihe mit Fallbeispielen.
Ergebnis: rund 200 neue Leads in 6 Monaten. - Bottom of the Funnel (Conversion): Aus diesen Leads wurden etwa 35 qualifizierte Anfragen. Über Beratungsgespräche, Angebotsanfragen im Onlineshop und persönliche Betreuung kamen am Ende 12 Neukunden zustande.
| Funnel-Phase | Maßnahmen | Lead-Magneten / Content | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| TOFU – Awareness | Blogartikel, Social Ads, Google Ads, Instagram/Facebook, Erklärvideos | Blogposts, kurze Erklärvideos | 4.000–6.000 Besucher/Monat |
| MOFU – Consideration | Zielgruppen-Landingpages, Newsletter | Checklisten, Leitfäden, Online-Minikurs, Fallstudien | ca. 200 Leads in 6 Monaten |
| BOFU – Conversion | Beratungsgespräche, Demo-Termine, Onlineshop-Anfragen | Angebotsanfragen, individuelle Beratung | ca. 35 Anfragen → 12 Neukunden |
| Gesamtergebnis | — | — | ca. 200.000 € zusätzlicher Umsatz |
Mit 4.000 bis 6.000 Besuchern pro Monat gewann das Unternehmen über eine klare Funnel-Struktur, gezielte Lead-Magneten und animierte Erklärvideos in 6 Monaten 12 Neukunden.
Berechnungslogik: 12 Neukunden × durchschnittlich rund 16.000 € Auftragswert ≈ 200.000 € zusätzlicher Umsatz im Halbjahr. Die Conversion über die Stufen: aus rund 200 Leads in 6 Monaten wurden etwa 35 qualifizierte Anfragen und daraus 12 Abschlüsse – eine Lead-to-Customer-Rate von rund 6 %, die für ein erklärungsbedürftiges B2B-Angebot im erwartbaren Rahmen liegt.
Was nicht auf Anhieb funktioniert hat: Die breite Awareness brachte zwar Reichweite, aber zunächst kaum qualifizierte Anfragen. Erst die zielgruppenspezifischen Landingpages und die passenden Lead-Magneten in der MOFU-Phase machten aus Besuchern echte Leads. Das deckt sich mit der Erfahrung, dass der Engpass selten oben im Funnel liegt.
Aus unserer Praxis bei Share2Create: Der Engpass liegt bei KMU fast nie oben im Funnel. Traffic ist meist da. Es scheitert am Übergang von MOFU zu BOFU – wenn Interessenten zwar Inhalte konsumieren, aber kein Angebot, keine klare Handlungsaufforderung und keinen persönlichen Anschluss bekommen. Genau dort entsteht der Umsatz.
Das Share2Create-Funnel-System für KMU
Viele Funnel-Anleitungen erklären die Phasen – aber nicht, wo kleine und mittlere Unternehmen in der Praxis scheitern. Wir arbeiten bei Share2Create deshalb mit einem einfachen System aus vier Stufen, das genau die Lücken schließt, an denen Funnel im Mittelstand am häufigsten brechen:
- Nachfrage verstehen: Zielgruppe, Problem und konkrete Suchanlässe klären, bevor der erste Inhalt entsteht. Ohne diese Basis zieht der Funnel die falschen Leute an.
- Content je Funnel-Phase bauen: für TOFU, MOFU und BOFU jeweils passende Formate statt wahlloser Beiträge – vom Ratgeber bis zur Referenz.
- Den MOFU-BOFU-Übergang schließen: klare Angebote, eindeutige Call-to-Actions und persönlicher Anschluss genau dort, wo die meisten Interessenten abspringen.
- Conversion und Umsatz messen: KPIs je Phase, damit Entscheidungen auf Zahlen beruhen statt auf Bauchgefühl.
Der Unterschied zu Standard-Funneln liegt in Stufe 3: Bei KMU entsteht der Umsatz selten durch noch mehr Reichweite, sondern dadurch, dass aus vorhandenem Interesse verbindliche Anfragen werden. Genau hier setzt unser Wachstumssystem an.
Wo verliert Ihr Funnel die meisten Interessenten? Der Nachfragesystem-Check zeigt das Leck in wenigen Minuten.
Nachfrage-Check starten →Die wichtigsten KPIs im Funnel Marketing
Ohne Kennzahlen bleibt ein Funnel ein Modell. Erst KPIs zeigen, wie gut jede Phase arbeitet und wo Potenzial liegt. Sinnvoll ist es, je Phase nur wenige, klare Kennzahlen zu verfolgen – und zu jeder die richtige Frage zu stellen:
| Phase | Ziel | Wichtige KPIs | Die richtige Frage |
|---|---|---|---|
| TOFU | Sichtbarkeit | Organische Klicks, CTR, Engagement | Kommen die richtigen Nutzer? |
| MOFU | Vertrauen | Lead-Rate, Download-Rate, Newsletter-Anmeldungen | Wird aus Interesse Kontakt? |
| BOFU | Abschluss | Anfragequote, SQLs, Abschlussrate | Wird aus Kontakt Umsatz? |
| Retention | Kundenwert | Wiederkaufrate, Customer Lifetime Value, Empfehlungen | Bleibt der Kunde profitabel? |
Wichtig sind außerdem die Kosten pro Lead und die Conversion Rate zwischen den Phasen – sie zeigen, an welchem Übergang Budget und Aufmerksamkeit verloren gehen.
★ Praxisbeleg
Im Schnitt schaffen nur rund 13 % der marketing-qualifizierten Leads (MQL) den Sprung zum vertriebsqualifizierten Lead (SQL). Bei guter Abstimmung zwischen Marketing und Vertrieb sind über 30 % möglich – der größte Hebel liegt genau in diesem Übergang.
Quelle: Close.com – Sales Funnel Conversion Rate Benchmarks (Daten: Klipfolio). Zuletzt geprüft: Juni 2026.
Fazit
Ein Marketing Funnel bildet die Customer Journey strukturiert ab und zeigt, wie aus ersten Berührungspunkten Schritt für Schritt Kunden werden. Er hilft, die Lead-Generierung zu ordnen, Content gezielt einzusetzen und Marketing und Vertrieb aufeinander abzustimmen. Das Praxisbeispiel der Snackautomaten zeigt, dass dafür kein riesiges Traffic-Volumen nötig ist – eine klare Struktur und passende Inhalte reichen, um in 6 Monaten zweistellig neue Kunden zu gewinnen.
Wer einen Funnel dauerhaft führt, sollte die wichtigsten Kennzahlen im Blick behalten und regelmäßig nachschärfen. Am stärksten wirkt er, wenn er nicht als Einzelmaßnahme läuft, sondern als Teil eines durchdachten Wachstumssystems – von der Strategie über die Inhalte bis zur Website.
Häufige Fragen zum Marketing Funnel
Was ist ein Funnel im Marketing?
Ein Funnel ist ein Trichter-Modell, das zeigt, wie Interessenten Schritt für Schritt zu Kunden werden. Der Marketing-Funnel bildet die Customer Journey ab und macht sie messbar.
Was ist der Unterschied zwischen Marketing-Funnel und Sales-Funnel?
Der Marketing-Funnel konzentriert sich auf Sichtbarkeit, Content und Leads. Der Sales-Funnel setzt auf den Kaufabschluss und den direkten Umsatz. Beide greifen ineinander.
Was bedeuten TOFU, MOFU und BOFU?
Die drei Begriffe stehen für die Funnel-Phasen: TOFU (Top of the Funnel) steht für Aufmerksamkeit, MOFU (Middle of the Funnel) für Abwägung und Vertrauensaufbau, BOFU (Bottom of the Funnel) für die Kaufentscheidung. Jede Phase braucht eigene Inhalte.
Wie lässt sich ein Marketing-Funnel optimieren?
Durch die Analyse der KPIs, gezielte Inhalte in jeder Phase und klar platzierte Call-to-Actions. Der größte Hebel liegt meist beim Übergang von der Abwägung zur Kaufentscheidung.
Welche Rolle spielt das AIDA-Modell im Funnel?
Das AIDA-Modell (Awareness, Interest, Desire, Action) ist die Basis vieler Marketing-Funnel. Es strukturiert die Phasen des Kaufprozesses und ordnet jeder Stufe ein klares Ziel zu.
Belege & Vorgehen
- Wikipedia: AIDA-Modell – die vier Phasen Attention, Interest, Desire, Action.
- Wikipedia: Sales Funnel (Purchase Funnel) – Begriff und Phasen des Trichtermodells.
- Close.com – Sales Funnel Conversion Rate Benchmarks – branchenübergreifende Conversion-Daten (u. a. Statista, Klipfolio). Zuletzt geprüft: Juni 2026.
- Share2Create – Praxis aus eigenen Funnel- und Content-Projekten. Zuletzt inhaltlich aktualisiert: Juni 2026.



